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Ihr Dr. Harders
Parodontitis kann Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen verursachen [30-05-07]

Bewegung, gesunde Ernährung, Verzicht aufs Rauchen – all das sind vorbeugende Maßnahmen, um das Risiko für Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen zu verringern. Doch wenn sich die Vermutung bestätigt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen parodontaler Gesundheit und koronarer Herzkrankheit (KHK) besteht, könnten weitere Vorbeugemaßnahmen hinzukommen: Parodontitistherapie und professionelle Zahnreinigung (PZR).
Untersuchungen scheinen zumindest darauf hinzudeuten, dass eine Parodontitis ein ebenso großer Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten ist, wie erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck oder Übergewicht.
Wie in vielen anderen Industrieländern stehen auch in Deutschland die Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems an oberster Stelle der Todesursachen. Die Ursachen für arterielle Verschlusskrankheiten, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind Veränderungen der Gefäßinnenwände durch Anlagerung von Lipiden und Einwanderung von Muskel- und Bindegewebszellen in die innere Schicht der Arterienwand.
Eine Vielzahl von Risikofaktoren sind bekannt geworden: Z.B. Rauchen, Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch und Übergewicht. Einen weiteren Risikofaktor scheine chronische Entzündungen bzw. chronische Infektionen darzustellen. In diesem Zusammenhang wird das Eindringen von Bakterien oder Bakterientoxinen in die Blutbahn diskutiert, was als Bakteriämie bezeichnet wird.
In einigen Untersuchungen an chirurgisch entfernten und arteriosklerotisch veränderten Gefäßen konnten bestimmte Bakterien isoliert werden, die an nicht erkrankten Gefäßen nicht nachzuweisen sind. Hierzu gehören neben Erregern von akuten oder chronischen Atemwegserkrankungen und Bakterien, die bei der Entstehung von Magengeschwüren beteiligt sind, auch Bakterien, die normalerweise ausschließlich in entzündeten parodontalen Taschen vorkommen und für die Entstehung einer Parodontitis verantwortlich sind.
Ob hierbei die in die Blutbahn eingedrungenen Bakterien die Ursache für die Veränderung in den Arterien sind oder Veränderungen an der Arterieninnenwand dazu führen, dass sich die Bakterien dort anlagern, ist nicht geklärt. Sicher ist nur, dass Bakterien aus entzündeten und blutenden Zahnfleischtaschen in die Blutbahn geraten, wo sie nicht hingehören.
Ein weiteres Indiz dafür, dass eine Wechselbeziehung zwischen KHK und Parodontitis zu bestehen scheint, ist das Ergebnis von Verlaufsstudien, in denen Patienten, die an einer Parodontitis litten, ein bis zu 1,7fach höheres Risiko für eine KHK hatten. Allerdings steht ein endgültiger Beweis noch aus, ob eine Parodontitis einen direkten Einfluss auf die Entstehung von Herz- Kreislauferkrankungen hat, oder ob es sich nur um eine Wechselbeziehung über gemeinsame Risikofaktoren handelt.
Wenn die Parodontitis einen solchen Einfluss besitzt, könnte durch eine regelmäßig durchgeführte PZR möglicherweise das Herz- Kreislauf- Risiko verringert werden.
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